REPORTAGE 036a

 
 

Auch im Jahr 2000 war Joe Bechter wieder einmal mit einer Schar von Interessierten in Blackpool, um an einem der weltweit größten Orgelfestivals teilzunehmen. Nachfolgend berichtet Achim Hierholz aus Söhnstetten in Deutschland über seine Erfahrungen mit dem Blackpool Orgel-Festival.

Alle Jahre wieder - das Orgelfestival in Blackpool

„Blackpool - wo ist überhaupt Blackpool? Und ein Orgelfestival soll es da auch noch geben? Nachdem es in Deutschland bis auf einige wenige aktive Orgelclubs kaum noch Aktivitäten gibt und Konzerttermine schon fast als Geheimtip gehandelt werden, war es für mich kaum vorstellbar, daß es da noch irgendwo auf der Welt Interesse an der von vielen schon totgesagten Orgel geben sollte. Mit etwas Skepsis und noch viel mehr Neugierde beschloß ich erstmals 1997, mir das „mal anzuschauen“. Das war der Anfang... Die Atmosphäre unter rund 1000 Gleichgesinnten mit Konzerten, Workshops, Demos usw. nahezu rund um die Uhr ist beeindruckend und macht regelrecht süchtig, mit der Folge, daß auch in den folgenden Jahren „Blackpool“ seinen festen Platz in meinem Terminkalender fand. Daß ich da kein Einzelfall bin, beweisen die zahlreichen bekannten Gesichter, die man jedes Jahr wieder antrifft. Auch in der mittlerweile schon als international zu bezeichnenden Gruppe (aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Frankreich) hat sich ein &Mac226;harter Kern’ herauskristallisiert, der jedes Jahr wieder mit dabei ist.
Einer der Höhepunkte der Woche ist sicher jedesmal das Konzert auf der Theaterorgel im Tower Ballroom. Die vielfältigen Kontakte unseres &Mac226;Organisators’ Joe Bechter ermöglichen darüber hinaus auch spezielle Einblicke hinter die Kulissen. Unter anderem stand dieses Jahr wieder ein Besuch des Opernhauses - mit &Mac226;Privatkonzert’ und der Möglichkeit, selbst einmal in die Tasten einer Theaterorgel zu greifen - auf dem Programm. Durch die Lage des Camps, unmittelbar am zu ausgedehnten Spaziergängen einladenden Strand und die geringe Entfernung zu Blackpool, gibt es aber auch genügend Möglichkeiten für &Mac226;Nicht-Orgel-Aktivitäten’. Der Ausblick vom Tower, eine Fahrt mit der (doppelstöckigen) Straßenbahn nach Fleetwood, Shopping in unzähligen kleinen Läden oder ein Besuch eines der &Mac226;Amusements’ gehören ebenso dazu wie ein Imbiss in einem der zahlreichen Fish & Chips-Läden. Zurück im Camp zieht man einige Bahnen im Schwimmbad oder relaxt im Whirlpool, bevor man sich zum Aperitif im „Queen Vics“ Pub trifft, wo man im Anschluß an die abendlichen Konzerte auch den Tag (natürlich bei Orgelmusik) ausklingen läßt. Einziger Wermutstropfen: Es dauert wieder 51 Wochen bis zum nächsten Festival ...“