REPORTAGE 047

 

Auch am zweiten Tag in Los Angeles stand zunächst wieder die Besichtigung einer Wurlitzer-Orgel auf dem Programm. John Ledwon war diesmal verhindert, deshalb war es ein anderer John, der uns diesmal begleitete: John Koerber, der Kurator der Wurlitzer im Orpheum Theater.

Theaterorgeln in den USA (3)

Mit der U-Bahn und der Station gleich vor unserem Hotel könnte man direkt zum Orpheum Theater fahren, aber John Koerber wollte unbedingt mit uns eine gewisse Strecke zu Fuß durch Hollywood zurücklegen, um uns mit diesem Stadtteil etwas mehr bekannt zu machen. Er ist echt stolz auf Hollywood und Holly-wood’s Glamour Geschichte. Zum Orpheum Theater hat er als Kurator der Orgel natürlich die Schlüssel. 1926 wurde dieses Theater eröffnet und 1926 wurde auch die Wurlitzer eingebaut. Das Theater hat 2149 Sitze, und nun stehen wir ganz alleine in diesem Palast! Nachdem wir keinen professionellen Spieler zur Verfügung hatten, dudelten John und ich ein paar Stunden auf dieser 3/14 Wurlitzer herum - hat auch einmal Spaß gemacht. Grossauftritt vor 2149 Sitzen und doch niemand, der zuhört!

Übrigens: Nur ein paar Meter vom Orpheum steht das Gebäude der einstigen Verkaufsbüros von Wurlitzer. Der Name Wurlitzer ist heute noch am Gebäude angebracht.

Konzert im Plummer Auditorium
Vom ATOS (American Theatre Organ Society) wusste ich, dass an diesem Sonntag ein Konzert mit Tom Hazelton stattfand. In der Vergangenheit hatte ich schon öfter die Gelegenheit, Tom Hazelton live zu erleben und wusste natürlich, was für ein schönes Konzert zu erwarten war und so habe ich in meiner Planung John Ledwon schon früh gebeten, die nötigen Eintrittskarten zu besorgen. John holte uns kurz vor dem Mittagessen im Orpheum Theater ab und nach einem Imbiss in einem Mc Donalds - wie es sich gehört - fuhren wir zum Plummer Auditorium in Fullerton. Zum Glück hatten wir Karten, denn es war „Full House“, keine Plätze mehr an der Tageskasse. Der erste Teil des Konzertes war im gewohnten, konzertanten Stil, im zweiten Teil begleitete Tom Hazelton einen Stummfilm: Stan Laurel und Oliver Hardy in „Putting Pants on Philip“ - eine lustige Komödie aus dem Jahre 1927. Es begeistert uns jedes mal, einen mit Theaterorgel begleiteten Stummfilm zu sehen. So schade, dass wir dieses Vergnügen nicht ab und zu in unseren Ländern haben. Das besondere an dieser 4/36 Wurlitzer mit seinen 2613 Pfeifen? Es sind noch weitere 13 Midi Voices spielbar. Tom Hazelton hat auch davon Gebrauch gemacht. Diese Midi Stimmen sind sehr schön, aber haben für mich nicht den Effekt der Pfeifen.