REPORTAGE 049c

 
 

Seit ich dieses Superfestival entdeckt habe, kann ich es nicht mehr lassen, immer wieder dabei zu sein. Wie bei Blackpool habe ich nun auch angefangen, anderen Fans die Gelegenheit zu geben, mit mir nach Chicago zu reisen. Einige sind meiner Einladung gefolgt und genauso begeistert wie ich.

Chicago zum Dritten – ein Superfestival in Übersee

Wir Orgelfans wurden ja alle einmal angesteckt, von diesem unheimlichen Virus, der uns nach schönen Orgelklängen so süchtig macht. Beim Besuch des Theaterorgel-Festivals in Chicago macht sich dieser Virus dann noch ganz besonders bemerkbar. Die Grösse der prunkvollen Theater, die mächtigen Theaterorgeln und die einmaligen Konzerte hinterlassen einen ganz besonderen Eindruck. Faszinierend ist auch der unbändige Enthusiasmus, den man antrifft, den eifrigen Willen, diese uns allen so ans Herz gewachsene Kultur zu erhalten. Dieses einmalige Erlebnis des Theaterorgel-Festivals in Chicago ist die weite Reise in jedem Fall wert. Rudolf Krähenbühl (Bild) aus Ittigen (CH) war dieses Jahr vom 25. bis 28. April mit dabei und wirklich total hingerissen. Hier ein Auszug aus seinem Bericht: ã... Bereits stark beeindruckt von der Grösse, dem stilvoll renovierten Inneren sowie der ausgezeichneten Akustik des Chicago und des Tivoli Theaters mit ihren Wurlitzer Orgeln war ich aber von zwei weiteren Theaterorgelkonzerten in Privathäusern richtiggehend hingerissen. Das erste derartige Konzert fand bei der Familie Von der Molen in ihrer grossen Villa in einem von weitläufigen Rasenflächen und baumgesäumten Wegen gekennzeichneten Vorort von Chicago statt. Das Haus betritt man in eine grosse, lichte Halle, wobei linkerhand eine weit geöffnete Türe den Blick in eine Flucht von äusserst geschmacksvoll ausgestatten Wohnräumen und Galerien freigibt. Geradeaus geht es in den Konzertraum, wo der würzige Duft frischen Holzes in die Nase steigt. Im von Holzbalken verstrebten Dachgiebel ist das Schlagwerk der 4/28 Morton Orgel sichtbar angebracht. Vor der Konzertbestuhlung erhebt sich eine wenig erhöhte Art Bühne, in deren Mitte die prachtvolle Spielkonsole steht. Den Abschluss des grossen, aber doch intimen Raumes bilden die âOrgel ShuttersÕ aus Glas. Dadurch wird der Blick frei auf mehrere Pfeifenkammern. Der Hausherr selbst sprach einige einleitende Worte vor dem anschliessenden Konzert, das aus Orgel-Solovorträgen und im Duett mit einen Pianisten am Steinway Flügel bestand. Die Tatsache, dass unsere Gruppe von Seiten des Ehepaars Van der Molen in solch einer betont gastfreundlichen Art und Weise schier unbegrenzte Freude bereitet wurde, hast mehr als bloss Bewunderung und Erstaunen ausgelöst. Dass jeder Teilnehmer nach dem unvergesslichen Konzert dann noch ungezwungen mit den beiden jungen Künstlern sowie dem Hausherrn und seiner Gattin plaudern konnte, hat dem Ganzen den Stempel des Einmaligen aufgedrückt. Das wir solcherart zweimal nicht nur Einblick in traumhaft schön eingerichtete amerikanische Privathäuser nehmen durften, sondern die durch die räumliche Nähe zu den Künstlern und den Orgeln entstehende familiäre Stimmung, sowie die Herzlichkeit der einladenden Gastfamilien und der Teilnehmer miteinander erfahren konnte, machte die Chicago Reise zu einem absolut neuen, grossartigen Erlebnis. Man freut sich deshalb bereits schon jetzt ungeduldig auf die nächste USA Reise in diesem Sinn.Ò