REPORTAGE 051

 
 

Nach all den vielen Instrumenten in Theatern und anderen öffentlichen Einrichtungen, die uns von John Ledwon gezeigt wurden, war es nun an der Zeit, seine eigene 4/52 Wurlitzer in seinem Privathaus kennen zu lernen.

Theaterorgeln in den USA (7)

Es ist kaum vorstellbar, dass es eine solch große Pfeifenorgel in einem Privathaus gibt. Doch Johns Haus ist sehr, sehr groß und die Orgel hat darin eine tolle Wirkung. John wohnt fast im ãNiemandslandÒ, ganz außerhalb von Los Angeles, wo sich Füchse und Hasen ãGute NachtÒ sagen. Dort lebt er ganz alleine mit seiner Katze - sorry, es ist nicht einfach eine Katze, sondern eine ganz besondere Siamesin, die inzwischen schon ganz viel von JohnÕs Orgelspiel versteht. Spielt er weiche Sachen mit Flöten und Tibias räkelt sie sich auf dem Kanapee herum, aber sobald er Trompeten Register einstellt, springt sie hoch wie ein Pfeil und ist weg wie der Blitz. Und sie kommt erst wieder zurück, wenn sich alles etwas beruhigt hat. Wir hatten aber seiner Darbietung ganz anders Tribut gezollt: mit offenen Augen, Mund und Ohren - die musikalische Vorführung seiner Orgel war brillant.

Orgelfreak und Sammler Die etwas erhöht stehende Wurlitzer Konsole mit den 52 Registern ist sehr imposant. Der ganze ãLiving RoomÒ ist beeindruckend. Die Pfeifenkammern befinden sich hinter Glas-ÒShuttersÒ und sind farbig beleuchtet. Die Perkussionen sind im Raum verteilt. John zeigte uns anschließend noch den Rest seines Hauses, und da kam noch einiges Faszinierendes zum Vorschein, denn er ist ein Sammler. Man findet Kollektionen von exklusiven Kaleidoskopen und unzählige Hammond Uhren. Dann hat er ganze Wände voll von Leuchtschriften von Bier und anderen Getränken. Wurlitzer Juke Boxen stehen herum und in allen Räumen verteilt eine ganze Anzahl von Hammond-Orgeln. Er selbst sagt, er wisse gar nicht, wie viele Hammond Orgeln er hat.
John Ledwon ist aber auch ein Computer Freak: in vielen Räumen stehen mehrere Computer herum. Als wir ihn fragten, wie er es denn so mit dem Essen halte, nachdem es weit und breit keine Restaurants gibt, meinte er ganz einfach, sein Mikrowellengerät sei sein Butler. Lachend fügte er bei, ãif it doesnÕt go into the microwave, its not foodÒ (wenn es nicht in den Mikrowellenherd passt, ist es kein Essen!).

Offenes Dankeschön Bevor wir uns verabschiedeten, ließ er uns noch ein paar rassige Theaterorgel-Stücke genießen. Es war der letzte Tag unseres Aufenthaltes in Los Angeles. Der Abschied nach so einer ereignisreichen Woche fiel uns schwer. Wir möchten John Ledwon an dieser Stelle nochmals herzlich danken und ihm mit diesem offenen Brief unsere Dankbarkeit ausdrücken.

Dear John,
My wife Pia and I would like to express our sincere appreciation for what you have done for us while we stayed in your area. Thanks to you we have spent a memorable week full of new organ experiences. lt was such a pleasure to go around all those interesting places with you. And thanks to you the readers of my reports get some insight of the Theatre Organ scene of Los Angeles and surroundings. We very much hope that you will visit us soon in our country as you mentioned you might. We wont be able to show you much about Theatre Organs, but it will a pleasure for us to show you our beautiful country.