REPORTAGE 054b

 
 

Und noch ein ganz persönliches Erlebnis auf dem Orgelfestival, das Hoffnung macht ...

Nachdem die Gagen auf den Orgelfestivals für die Spieler nicht gerade üppig sind, sind die Künstler natürlich bemüht, ihre Einnahmen durch den Tonträger-Verkauf etwas zu verbessern. Auf den Festivals in den USA werden diese CDs dabei gemeinsam in einem speziell eingerichteten Shop angeboten. In England hingegen muss jeder Spieler sich selbst um den Verkauf kümmern. Wie die meisten Organisten, so hatte auch John Ledwon ein paar CDs zum Verkauf mitgebracht. Damit er nun nach seinem Auftritt nicht sofort die Bühne verlassen musste, habe ich John angeboten, mich um seine CDs zu kümmern. Johns Konzert war einmalig, die Leute total begeistert. Noch bevor John nun zum Signieren bei mir eintraf, hatte ich bereits all seine mitgebrachten CDs verkauft. Die Aufgabe war aber nicht so leicht, denn ich hatte plötzlich einen dichten Ameisenhaufen von Leuten um meinen Tisch. Nachdem verschiedene CDs auflagen, wollte natürlich jeder diejenige CD kaufen, die am meisten seinem musikalischem Geschmack entsprach. Weil das Licht an meinem Tisch sehr schwach war, ging ein jeder Interessent mit mehreren CDs an die nächst beste Lichtquelle. Für ein paar Minuten war alles absolut chaotisch und ich dachte nur mehr ãOh Gott, hilf mir, dass bei meinem Hilfsangebot nichts schief geht!Ò Die Spannung war dann dementsprechend groß, als ich am Schluss das eingenommene Geld zählte. Aber, oh Wunder, die Einnahmen entsprachen ganz genau den vom Tisch ãweggefegtenÒ CDs - ach, sind wir Orgelfans doch ehrliche Leute!