Die ATOS, die American Theatre Organ Society, führt jedes Jahr eine Convention durch, was eigentlich einem Festival entspricht. Letztes Jahr fand dieses Festival in Milwaukee statt und dieses Jahr nun wieder einmal in San Francisco
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ATOS Convention 2003 (San Francisco 4.-8. Juli)
Beim letzten San Francisco Festival waren wir Theaterorgel-Fans direkt im Zentrum der Stadt untergebracht. Für dieses Jahr entschied man sich für Oakland, welches auf der gegenüberliegenden Seite der Bay Area liegt. Der Grund dafür ist naheliegend; die meisten Theaterorgeln befinden sich nämlich in der Umgebung von Oakland, was den Transport zu den entsprechenden Theatern wesentlich vereinfacht und verkürzt. Vom Internationalen Flughafen San Francisco erreicht man Oakland mühelos mit der BART (Bay Area Rapid Transport), einer Art Schnell- und Untergrundbahn. Der Anschluss an den Flughafen dieser seit längerem existierenden Bahn wurde allerdings erst kurz vor dem Festival eröffnet. Die Strecke führt durch das Zentrum der Stadt San Francisco und dann unter dem Meeresboden der Bay Area zu diversen östlichen Orten. Also trotz dem Standpunkt Oakland konnte man die Annehmlichkeiten der Gross-Stadt San Francisco geniessen, denn die Reise mit der BART unter der Bay Area hindurch dauert nur einige Minuten. Unser Hotel in Oakland war das Mariott an der 12th Street und gleich neben der BART Station und unmittelbar neben China Town (dem zweit-grössten Chinesenviertel des Westens).
San Francisco war einmal ein Mekka für Theater Orgeln mit unvorstellbar schönen Theatern. Dem ist heute leider nicht mehr so. Manches Theater musste rentableren Bürohäusern und Parkgaragen weichen und die Orgeln zwangsläufig anderswo untergebracht werden. Verbleibt eigentlich nur noch das Castro Theater. Hingegen auf der gegenüberliegenden Seite von San Francisco war man vorsichtiger mit unüberlegten Modernisierungen und trug Sorge zu einigen sehr schönen Theatern. Generell kann man aber sagen, die ganze Gegend hat sehr viel verloren. Zum Beispiel gab es in Nordkalifornien 24 Pizza Restaurants mit Theaterorgeln und heute sind es deren nur noch 2 - eines in San Jose und das andere in San Lorenzo.
Nach der andauernden und fast unerträglichen Juli Hitze in unserer Gegend war die Temperatur in Nord-Kalifornien geradezu paradiesisch, so um die 20 Grad, und so waren die Strapazen der Anreise schnell vergessen.
1. Tag (Freitag) Zunächst Registrierungs-Formalitäten; dann fand Ende Nachmittag im Ballroom des Mariott Hotels eine Orientierung statt; über ATOS im allgemeinen sowie über das Was-Wie-Wo des Festivalablaufes. Weil es für die ungefähr 700 Teilnehmer nicht an allen Orten genügend Platz gab, wurden verschiedene Gruppen gebildet. Anschliessend fand das erste Konzert mit Jonas Nordwall im Community Theatre von Berkley statt. Das Theater hat 3491 Sitzplätze und ist somit das grösste Theater von Nordkalifornien. So ist auch die Orgel: eine 4/35 Wurlitzer. Zur Bedienung der Orgel stehen zwei Konsolen zur Verfügung; einmal die ex Toledo Paramount Wurlitzer Konsole und im weiteren die ex New York RKO RoxyÕs Center Theatre Konsole, gebaut unter dem gleichen Kontrakt wie diejenige für die New Radio City Music Hall. Jonas Norwall, welcher sehr viel Gefühl für Theaterorgel Musik zeigt und in den letzten Jahren an Bekanntheitsgrad viel gewonnen hatte, konnte sich über großen Beifall freuen. Aber ganz ehrlich, mit einem Jet Lag von 9 Stunden im Nacken fallen einem die Augenlieder trotz totaler persönlicher Begeisterung für den Spieler und für die Theaterorgel Musik all zu oft herunter und man muss seinen Drang nach einem Nickerchen mit sehr viel Energie bekämpfen. Auch meinen Begleiterinnen erging es so. Denn mich begleiteten aus der Schweiz Pia Nagel und Uschi Zaoui. Es freut mich immer ganz besonders, wenn es mir gelingt für solche Anlässe, auch wenn weit weg von zu Hause, Leute so zu begeistern, dass sie mitkommen.
2. Tag (Samstag) Am nächsten Morgen stand das Grand Lake Theater (575 Sitze) auf dem Programm. Weil dieses Theater etwas kleiner ist, wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Ich hatte das grosse Glück, in der zweiten Gruppe eingeteilt zu sein und musste somit nicht schon um 8 Uhr zum Bus Transport antreten. Eigentlich ist dieser Gedanke absurd, denn trotz Müdigkeit erscheint einem die erste Nacht als nie endend. Die innere Uhr tickt nach aufstehen, wenn es noch Mitten in der Nacht ist.
Das Grand Lake Theatre ist ein wirklich schönes und elegantes Theater mit intimem Charakter. Stolz wird einem erklärt, dass der Bühnenvorhang ein Teil des Vorhanges vom abgebrochenen legendären Fox Theater in San Francisco ist. Das Theater wurde 1926 eröffnet und hat eine spektakulär wirkende und weit herum sichtbare Lichtreklame auf dem Dach. Ein animiertes Feuerwerk schiesst durch die Leuchtschrift GRAND LAKE THEATRE. Das Theater trägt diesen Namen weil es am schönen Lake Merritt steht. Es wird auch noch Oaklands Landmark Movie Palace genannt. An Freitagen und Samstagen wird die Orgel zweimal am Abend gespielt.
Kevin King war der Organist für den ersten Teil dieses Morgenkonzertes. Kevin, ein sehr begabter Theaterorgel-Spieler, kann stolz sagen: diese Orgel gehört mir! Hinter der jetzigen 3/18 Wurlitzer steht eine interessante Geschichte. Am Anfang stand eine 3/11 Wurlitzer im Theater und wurde von bekannten Organisten wie Everett Nourse und Tiny James gespielt. Diese Orgel wurde dann 1959 aus dem Theater genommen und ging nach Porterville, aber wo sie jetzt steht, weiß niemand. 1983 wurde eine 3/13 zusammengestellte Orgel installiert, welche später von Kevin King gekauft wurde. Kevin pflegt und hegt sein Baby und hat über die Jahre aus dieser Kombinations-Orgel eine Wurlitzer gemacht (heute zu 99%) und dabei auch noch 5 Ranks hinzugefügt.
Den zweiten Teil des Morgenkonzertes im Grand Lake Theatre bestritt Warren Lubich. Dieser Organist musste in seinem Leben auch verschiedentlich den Tatsachen in die Augen sehen, wie Lokale geschlossen wurden, wo er Jahr für Jahr das Publikum mit seinem Spiel erfreute: Avenue Theatre in San Francisco, geschlossen 1984, CaptainÕs Galley Pizza and Pipes in Daley City, geschlossen 2001, und noch andere. Warren Lubich begleitete ein paar Kurzstummfilme. Solche Stummfilme mit Theaterorgel-Begleitung sind immer eine nette Auflockerung des Konzertprogramms und finden große Zustimmung.
San Francisco und Umgebung hatte zur besten Zeit vierundzwanzig Pizza Restaurants mit Theater Orgeln. Heute sind es leider nur noch ganze zwei: Ye Old Pizza Joynt in San Lorenzo und die Bella Roma in Martinez. Eigentlich gibt es im Moment sogar nur noch eine, denn die Ye Old Pizza Joynt hatte erst vor kurzem einen schweren Brand und wird wohl für einige Zeit geschlossen bleiben. Vorgesehen war für unseren Lunch die Ye Old Pizza Joynt. Schade, denn mit dieser Pizzeria ist einiges Historisches verbunden. Im Jahr 2002 konnte dieses Lokal sein 40järiges Jubiläum feiern. Es war der Welt erste Pizzeria mit einer Theaterorgel. Die 3/13 Wurlitzer stammt vom ehemaligen LoweÕs Warfield Theatre in San Francisco. Es blieb also für einen Pizza Orgel Lunch für uns ATOS Leute nur noch die Bella Roma. Nachdem es dort nur 120 Plätze gibt, musste die Gruppe wiederum aufgeteilt werden und an verschiedenen Tagen hingehen. In der Bella Roma gibt es eine 3/16 Wurlitzer. Es spielte Dave Moreno. Die Perkussionsinstrumente sind über das ganze Lokal verteilt an der Decke aufgehängt, zusammen mit Hunderten von anderen Dekorationsartikeln. An der Decke hängt noch eine Miniatur Eisenbahn welche ãchoo-chooÒ herumfährt, sobald der Organist Chattanooga Choo-Choo spielt. Nebst guter Unterhaltungsmusik wurde uns eineÒ Radio ShowÒ geboten, so etwa wie sie in den 1920er Jahren zu hören war. Höhepunkt für fast alle Anwesenden war der Beifall für die ungewöhnlichen Besitzer dieser Pizzeria. Sie sind nicht etwa Amerikaner wie dies zu erwarten wäre, nein, es sind Inder, welche bevor sie nach USA emigrierten, noch nie etwas von einer Theaterorgel gehört hatten. Zum großen Glück haben sie an dieser Musik Gefallen gefunden und sich zum Ziel gesetzt, diese Tradition weiterzuführen. Kaum zu glauben, dass da erst Inder kommen müssen, die den Wert der Theaterorgel-Kultur zu schätzen wissen ...
Nach der Rückfahrt von Martinez ging es direkt ins Scottish Rite Center welches sich wiederum am Lake Merritt befindet. Auf dem Programm Lyn Larsen; sicher einigen Fans der Theaterorgel bekannt, da er sehr viele Tonträger herausgegeben hat. Diesmal zur Abwechslung keine Pfeifenorgel - eine Allen Renaissance R-311 stand im Auditorium. Lyn Larsen, ein Meister der Spieltechnik liess diese elektronische R-311 fast wie eine echte Pfeifenorgel erklingen. Im Scottish Rite Center befindet sich das Auditorium mit seinen 1350 Sitzen auf Niveau 4! Beim Aufstieg macht man sich so Gedanken, wie das Theater von innen aussehen wird. Oben angekommen glaubt man nicht mehr in den USA zu sein, sondern in irgendeiner antiken Arena. Lyn Larsen hatte sich dementsprechend lustig darüber gemacht; zwischendurch schaute er immer ins Publikum und fragte, wann wohl die Fleisch-stücke in die Arena geworfen würden! Das Scottish Rite Center wurde 1927 gebaut.
Damit war dieser Tag aber noch nicht zu Ende - rasch zurück ins Hotel und etwas essen und schon gingÕs wieder weiter. Diesmal nur eine kurze Distanz zum Paramount Theatre. Jimm Riggs, Hausorganist gab uns ein Konzert auf der 4/26 Wurlitzer. Sein Programm war sehr gut ausgewählt und seine Spieltechnik ist hervorragend aber leider war das ganze viel zu laut. Es ist eher selten, dass ein Theaterorgel Konzert zu laut ist, aber hier war es eindeutig der Fall. Nicht nur ich habe das so empfunden, sondern die meisten Leute, mit welchen ich gesprochen hatte. Allerdings glaube ich dafür eine Erklärung zu haben. Jim Riggs als Hausorganist ist sicher im eigenen Haus weniger gewohnt für ein stilles Publikum zu spielen, sondern bei etwas Lärm durch ins Theater eintretende Leute und während der Pause mit ähnlichem Lärmpegel. Wen er sich also bemerkbar machen will braucht er sehr wahrscheinlich Full Power.
Für einmal galt das Staunen nicht so sehr dem Konzert, sondern dem pompösen Theater. Das 1931 eröffnete Art Deko Oakland Paramount ist der Bay AeraÕs Prunkstück. Im Gegensatz zu vielen anderen Theatern ist ausser bei der Renovierung in den späten 70er Jahren das Oakland Paramount noch nie geschlossen gewesen. Original hatte es 3490 Sitze, wurde aber bei dem Umbauten auf 2998 Sitze redimen-sioniert, was einen bedeutend besseren Sitzkomfort brachte. Während der Renovierung hat man sehr darauf geachtet, möglichst alle Materialien originaltreu auszuwählen und dem Finish das frühere Aussehen zu geben. Die Lobby Möbel sind zum grossen Teil noch Original und dazu kamen weitere Originalstücke von diversen San Francisco Theatern. Das Oakland Paramount ist auch Sitz des Oakland Symphonie Orchestras. Das Paramount ist primär ein Performing Arts HouseÒ (allgemeines Kunsthaus), aber es werden immer noch regelmässig Hollywood Klassiker gezeigt. Während der Blütezeit der schönen Theaterbauten war das Oakland Paramount das drittgrösste Theater im Westen der USA. San Francisco Fox und Los Angeles Metropolitan waren die beiden grössten. Beide gibt es aber nicht mehr. Die Orgel, welche original installiert wurde, war die letztgebaute Wurlitzer Publix # 1. Später wurde dann die erstgebaute Wurlitzer Publix # 1 vom ex Capitol Theater Detroit installiert und um 6 Ranks erweitert.
Etwas erschlagen von all den Eindrücken und dem übervollen Programm und mit immer noch Jet Lag Nachwehen sind wir regelrecht ins Bett gefallen.
3. Tag (Sonntag) Das Programm war am dritten Tag nicht so dicht. Am Morgen fand das jährliche Meeting der ATOS Mitglieder statt. Anschliessend gab es eine interessante Demonstration der Firma Devtronics. Diese Firma will originale Klänge von Theaterorgel-Pfeifen in Heimorgeln mit MIDI-Anschluss bringen. Überzeugend waren die Demo-Klänge noch nicht, aber sie wollen diese in den nächsten Monaten noch perfektionieren. Auf jeden Fall werde ich mit dieser Firma am Ball bleiben, um zur gegebenen Zeit darüber zu berichten. Wenn es klappt, werde ich bestimmt einer der ersten Käufer sein!!
Am Nachmittag gab es ein Konzert im BerkleyÕs Community Theatre mit dem Organisten Tom Sheen. Er bot schöne Musik, aber an seinem Konzert haben mich ab und zu etwas Unsicherheiten gestört. Ich habe aber meine Kritik sofort zurückgenommen, als ich erfahren habe, dass Tom Sheen fast blind ist. Ich finde es schön, dass die ATOS den Leuten welche nicht auf der Sonnenseite des Lebens sind, auch eine Chance gibt. Anschließend gab es eine kurze Show über historische Theater der USA.
Am Abend ging zurück ins Paramount Theatre wo Altmeister Walt Strony das Konzert bot. Strony ist ein Publikumsliebling. Mit seinem eigenen Humor ist er vielleicht der lockerste aller Spieler.
4. Tag (Montag) Am Morgen waren wir ein weiteres Mal im Grand Lake Theatre, auf dem Prigramm stand ein Konzert mit Ron Reseigh. Dieser junge Organist hatte sich vor ein paar Jahren noch im Junior Contest der ATOS Convention seine Sporen verdient. Seither ist er jedes Jahr dabei und gehört inzwischen zur Elite.
Am Nachmittag wurde dann der Junior Contest mit neuen, heranwachsenden Talenten durchgeführt. Es ist sehr erfreulich festzustellen, dass es doch jedes Jahr wieder Spieler-Nachwuchs gibt.
Am Abend fand im Scottish Rite Center, diesmal im Ballroom mit Platz für 1000 Personen, das ATOS AWARDS PROGRAM statt. Awards werden an die Auserkorenen vom Nachwuchs vergeben, sowie an Mitglieder, welche spezielle Verdienste am Erhalt und der Förderung der Theaterorgel Musik haben. Vorgestellt wurde auch der neue, für 3 Jahre gewählte Präsident: Father Gus Franklin. Ja wirklich, er wird mit Father Gus angesprochen und ist ein Geistlicher. In seinem Privatleben ist er aber ein äusserst engagierter Theaterorgel Fan. Während dieses Gala Abends spielte auf der Bühne Don Neely and the ten piece Royal Society Jazz Orchestra guten Jazz und Swing zum Tanzen. Für den Gaumen sorgte ein reichliches Büffet von Sweets.
5. Tag (Dienstag) Am Morgen fuhren wir über die zweistöckige Oakland Bay Bridge zum Castro Theatre nach San Francisco. Bei der Brückenfahrt war ein ununterbrochenes Klicken zu hören und die Kameras liefen heiß, denn von hier gibt es die eindrücklichsten Bilder der Umgebung. Ein kleiner Nebel hing über der Skyline von San Francisco aber man hatte doch Sicht bis hinüber zur Golden Gate Bridge.
Vom Castro gibt es einiges zu erwähnen. Es ist zunächst San Franciscos Theater mit dem besten Sitzkomfort, einer Orgel mit einer der raffiniertesten und klarsten Tonqualitäten, zweimal pro Abend und das 365 Tage im Jahr Theaterorgelmusik in den Pausen der Filmvorführungen (es werden hauptsächlich klassische Filme sowie Filme aus dem Ausland gezeigt). Auch hier liefen die Kameras wieder heiß, denn das Theater ist ein Augenschmaus. San FranciscoÕs eigener Theaterorganist, Tom Hazelton, spielte auf der 4/22 Wurlitzer. Die erste Castro Orgel war eine 2/11 Robert Morton.
Am Nachmittag ging es dann wieder zurück ins Paramount Theatre für das Konzert mit Simon Gledhill. Simon ist Engländer und von Beruf eigentlich Bankier, aber ãohoÒ - er macht sicher einigen Vollprofis etwas vor. Ich glaube es besteht Einstimmigkeit, dass er zu den Besten gehört. Obwohl Engländer spielt er absolut den amerikanischen Theater Orgel Stil. Seine musikalischen Interpretationen sind einmalig. Sehr bekannt ist seine Interpretation vom King Kong March.
Am Abend ging es weiter mit Richard Hills im Berkley Community Theatre. Richard Hills ist noch sehr jung und auch Engländer und spielt genauso den amerikanischen Theater Orgel Stil wie Simon Gledhill. Noch vor nicht allzu langer Zeit hat ein Ansager bemerkt: dieses junge Talent kann sogar Vollprofis absolut das Fürchten lehren.
Auch der letzte Tag des Festivals war wieder fantastisch und erlebnisreich - mit viel Musik, vielen neuen Eindrücken und viel Vergnügen - es lebe die ATOS Convention ...
After Glow Um das Feuer des Festivals nicht sofort zum Erlöschen zu bringen, können sich die Teilnehmer nach dem offiziellen Tagen auch noch dem sogenannten ãAfter GlowÒ (Nachglühen) anschließen. Leider konnte ich nicht länger bleiben, andere Verpflichtungen warteten auf mich zu Hause. Aber meine beiden Begleiterinnen aus der Schweiz, Pia und Uschi, gingen noch zum ersten Teil dieses ãAfter GlowÒ. Ich entließ die beiden in die Obhut einer Gang ... wie bitte, das muss natürlich aufgeklärt werden:
Es geschah im Jahre 1997 in Cincinnati anlässlich einer ATOS After Glow River Cruise. Auf dem Boot gab es natürlich keine Theaterorgel, aber eine Hammond. Die Atmosphäre war besonders ãrelaxedÒ und ich war in bester Stimmung. An einem Tisch, wo zwei Amerikanerinnen besonders laut und herzlich lachten, war noch ein Platz frei. Ich steuerte dorthin und stellte mich vor: ãHello joyful folks, I am Gary GrantÒ und ebenso frech antwortete die eine ãOh, nice to meet you, I am Lana TurnerÒ. Aus dieser Begebenheit wurde eine langjährige Orgelfreundschaft. Es gibt kaum ein Theaterorgel-Event, wo ich nicht auf die zwei stoße, denn sie sind beide grenzenlose Theaterorgel Fans. Inzwischen sind sie auch Schweizer Fans geworden. Wer immer mit mir zu einem Orgelfestival reist, wird von den beiden ganz herzlich aufgenommen. Die Gruppe nennt sich inzwischen ãThe GangÒ. Beide wollen nächstes Jahr sogar nach Blackpool kommen.
Also musste ich kein schlechtes Gewissen haben, Pia und Uschi alleine weiter reisen zu lassen, denn Monna (Lana Turner) und Janet würden sich bestens um sie kümmern. Nach dem After Glow ãsteckteÒ ich die beiden nochmals in beste Hände; ich riet ihnen, nach Los Angeles weiterzureisen, wo sie von John Ledwon abgeholt wurden und durch ihn nochmals tolle Erlebnisse hatten - mehr dazu im Kasten.