Die beiden Schweizerinnen Pia Nagel und Uschi Zaoui berichten vom ãATOS AfterglowÒ
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Nach dem Festival mussten wir uns leider von Joe verabschieden, da er bereits wieder nach Hause flog. Aber er frühstückte noch mit uns und begleitete uns zum Bus, wahrscheinlich, um sicher zu gehen, dass seine Verehrerinnen (Joe war - wie üblich - immer von mehreren Frauen umschwärmt: so die Amerikanerinnen Monna und Janet und da gab es noch zwei Japanerinnen Yuko und Noura und natürlich uns zwei Schweizerinnen) wirklich mit dem richtigen Bus und gut versorgt zum Ausflug starteten! Mit mehreren Bussen fuhren wir gen Süden. Nach zwei Stunden erreichten wir das Roaring Camp Railroads in Felton. Das Wetter war wie in Kalifornien üblich sehr warm unter strahlend hellblauem und wolkenlosem Himmel. Da ca. 300 Personen von ATOS an diesem Afterglow dabei waren, fuhren wir in 2 Gruppen mit dem Dampfzug. Wir setzten uns zuerst in den Schatten und genossen das Barbecue. In Amerika sind nicht nur die Häuser und Strassen sehr gross, sondern auch die Essensportionen. Wir erhielten einen übervollen Teller mit Spareribbs, einem halben Poulet, weißen Bohnen, Salat, Kartoffeln und Brot und aßen, obwohl es uns gut schmeckte, nur einen Bruchteil davon. Zum Dessert gab es Marshmellows, die man auf dem Feuer heiss macht. Wir machen das sonst mit Würsten, aber es schmeckt auch gut, wie heiße Zuckerwatte. Während der einstündigen Dampfzugfahrt durch den Wald konnten wir die riesengroßen Red Wood Bäume bestaunen. Nachdem alle wieder in den Bussen waren, ging die Fahrt an Artischocken-, Blumenkohl und anderen Gemüsefeldern vorbei der Küste entlang Richtung Monterey. Dort stand ein Konzert mit Donna Parker im State Theater an der 2/13 Wurlitzer auf dem Programm. Wir haben uns auch noch etwas Monterey angesehen, eine schöne kleine Hafenstadt mit vielen kleinen Läden und guten Fischlokalen, auch die Seehunde haben nicht gefehlt. Müde, aber erfüllt mit vielen neuen Eindrücken sind wir spät abends zurück im Hotel in Oakland angekommen. Nun mussten wir uns leider auch von Monna und Janet verabschieden, da wir am nächsten Morgen sehr früh nach Los Angeles abflogen.
Dank Joes internationalen Kontakten hatten wir einen sehr guten Reisebegleiter, nämlich John Ledwon. Wir hatten John auch schon zweimal in der Schweiz und dieses Jahr sogar in Blackpool gesehen und kennen gelernt. In Los Angeles erwartete uns ein bedeckter Himmel aber es war trotzdem sehr heiss. Vor dem Mittagessen holte uns John Ledwon im Hotel Marriott am Marina del Rey ab. Er hatte für uns ein volles, aber interessantes Programm zusammengestellt. Zuerst haben wir uns die Nethercutt Collection in San Sylmar mit ihren schönen Cadillacs, Rolls Royces usw. angesehen und am Schluss wurde uns auch noch die Mighty Wurlitzer vorgestellt, leider nicht live, nur ab Band. Für John gab es zum Glück jedes Mal einen bequemen Stuhl, wo er immer wieder einnickte, denn er war sehr müde, hatte er doch 6 Tage hintereinander je einen 14-Stunden Arbeitstag an der Wurlitzer vom El Capitan in Hollywood hinter sich. Nach dieser interessanten Besichtigung unter den strengen Augen des Hausdrachens Susie (siehe OKEY! Nr. 46) fuhren wir nach Agoura zu JohnÕs Haus. John wohnt wirklich ausserhalb von Los Angeles, wo sich Füchse und Hasen Gute Nacht sagen, oder anders ausgedrückt ãim CacaoÒ. Er hat uns vorgewarnt, dass das Haus im Moment eine Baustelle sei, da er im Dezember einen Cheminebrand hatte und die Renovierungsarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen waren. Zum Glück hatte John eine gute Klimaanlage im Auto, denn am Aussenthermometer konnten wir ablesen, wie die Anzeige immer höher kletterte bis auf 109° Fahrenheit (43°C). Bei sich zu Hause stellte er uns zuerst seine Prinzessin Sheherezade, d.h. seine Siamkatze, nachher seine 4/52 Wurlitzer vor. Außer um die Konsole war im Wohnzimmer eigentlich wirklich alles vollgestopft und verstellt, eben eine Baustelle. Wir haben sein Konzert trotzdem in vollen Zügen genossen. Anschliessend haben wir noch seine weiteren Sammlungen von Hammond-Uhren, -Orgeln usw. bewundert. Leider lief uns schon wieder die Zeit davon und wir mussten aufbrechen. Wir hoffen, dass wir John in seinem Haus mal besuchen können, wenn die Renovierungen beendet sind. Durch die Berge fuhren wir nun nach Hollywood. John hat uns auf dem ganzen Weg erzählt, wo welcher Film gedreht wurde. Man hatte das Gefühl, von einer Kulisse in die andere zu fahren. In Hollywood angekommen, haben wir uns erstmals bei einem guten Essen gestärkt. Anschließend konnten wir das El Capitan besuchen. Da der Film Pirates of the Caribbeans vor zwei Tagen Premiere hatte, war das Kino zum Bersten voll und wir hatten nur kurze Zeit dem Organisten zuzuhören und das Interieur zu bewundern. Zu Hollywood gehört auch der Walk of Fame, das MannÕs Chinese Theater und die Betonplatten mit den Fuss- und Handabdrücken vieler grosser Stars. Nach diesem abwechslungsreichen Tag hat uns John wieder zurück ins Hotel gebracht.
Joe hatte so enorm von dieser Insel und der Page Orgel auf Catalina Island geschwärmt, dass wir unbedingt hin mussten. Damit wir das Schiff zur Insel nicht verpassten, mussten wir wieder früh aus den Federn. Um halb sieben holte uns John im Hotel ab. Nun wissen wir, was Rushhour in Los Angeles bedeutet. 5-spuriger Freeway und alles fährt Schritt-Tempo. Aber wir haben das Schiff rechtzeitig erreicht. Die Überfahrt war ziemlich ruhig. Beim Einlaufen in den Hafen von Avalon auf Catalina Island wähnt man sich in Griechenland und ist völlig überwältigt. Wir wurden vom Organisten des Casinos am Hafen abgeholt. Als erstes besuchten wir das Casino und durften den schönen Klängen der 4/16 Page Orgel zuhören. Der riesige Ballroom wurde gerade für eine grosse Hochzeitsfeier am Abend vorbereitet. Der Ausblick ist umwerfend. Damit nicht nur die Augen und Ohren geniessen können, aßen wir in einem feinen Fischrestaurant direkt am Meer. Auch hier kamen die Augen wieder voll auf ihre Rechnung. Die ganzen Wände und die Decke waren mit 1-Dollarnoten zugeklebt. So gestärkt fuhren wir durch die engen Gassen von Avalon hinauf bis wir einen überwältigenden Ausblick auf den Hafen und das Meer genießen konnten. Als Tourist kann man Elektrofahrzeuge mieten und so die Insel auskundschaften. Bevor wir am Abend wieder aufs Schiff gingen, hatten wir noch Zeit, ein Eis zu essen und ein Souvenir zu kaufen. Auf ruhiger See fuhren wir wieder nach Long Beach zurück. Zu müde um noch etwas zu unternehmen, brachte uns John Ledwon zum Hotel zurück, wo wir uns bei ihm herzlich bedankten und uns verabschiedeten - See You In Switzerland!
Last but not least möchten wir Joe danken, dass er uns gefragt hat, ob wir ihn an die ATOS Convention nach San Francisco begleiten (grosse Überredungskunst musste er nicht anwenden), und vor allem dass er seine Beziehungen spielen liess und uns diesen wunderbaren Aufenthalt in Los Angeles mit John Ledwon ermöglichte. Haben wir schon jemals in so kurzer Zeit so viele neue, interessante, wunderschöne, originelle (es gibt zuwenig ausdrucksstarke Adjektive) Eindrücke erfahren? Wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Reise mit Joe nach Blackpool und Amerika!