Nach all meinen Berichten über Theaterorgeln in England, USA, Kanada, Australien und Neuseeland wollte ich mich einmal in der näheren Umgebung umsehen. Den Anstoß dazu hat eigentlich mein Orgelfreund aus Kalifornien, John Ledwon, gegeben. Nachdem er mich so umfassend in seinem Gebiet, dem Süden Kaliforniens, herumgeführt hatte (siehe Berichte OKEY! 46 bis 52), hat mich so ganz leise angefragt, ob ich auch so etwas für ihn
organisieren könnte.
Ja, selbstverständlich würde ich gerne so was tun, aber Was? Wie? Wo? In Kontinentaleuropa gibt es wirklich nur Deutschland und Holland, wo man diese Kultur noch einigermaßen pflegt. Und so habe ich John den Vorschlag gemacht, gemeinsam einmal die Holländische Theaterorgel-Szene unter die Lupe zu nehmen. Das würde ihm besonders zusagen, denn es wäre sicherlich klanglich eine große Abwechslung. Von Tonträgern war ihm der holländische Sound bekannt, doch er meinte diesen Sound einmal live zu hören, das wäre cool!
Vorgeschichte Und bestimmt werden sich die interessierten OKEY!-Leser meiner Artikelserien über Theaterorgeln freuen, auch einmal etwas über die Szene in unserem Nachbarland zu erfahren und wegen der Nähe vielleicht sogar die Gelegenheit nutzen, einmal selbst hinzufahren und selbst zu erleben. Und so machte ich mich auf die Socken, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Der Anfang ist immer schwierig. Man muss zunächst im betreffenden Land die richtige Person finden, die organisieren kann, die richtigen Türen öffnen kann und auch noch Zeit hat, herumzuführen. Bis jetzt hatte ich immer sehr viel Glück, diese richtige Person zu finden. Dieses Glück sollte mich nicht verlassen. Allerdings hatte ich nur eine einzige Adresse in Holland von einem enthusiastischen Theaterorgel-Fan ganz im Norden des Landes, welcher mir ab und zu schrieb, um allerhand Informationen auszutauschen. In der Zwischenzeit ist er leider verstorben, aber seine Frau hat sich eingesetzt, um für mich die richtige Person zu finden. Schon bald meldete sich bei mir Jack Raves, echter holländischer Theaterorgel-Fan. Von dem Moment an lief unsere Email-Verbindung heiß.
Etwas naiv glaubte ich, die Theaterorgeln würden sich bestimmt alle in der Umgebung von Amsterdam und Rotterdam befinden, musste aber nach Jacks Erklärungen feststellen, dass wir für ein paar interessante Theaterorgeln einiges an Distanz in Kauf nehmen mussten. Da wir beide, John Ledwon und ich, nur wenig Zeit zur Verfügung hatten, war Jack Raves Aufgabe, ein volles Programm auf einige Tage zu beschränken nicht leicht. Man muss ja auch bedenken, dass die Lokalitäten, wo sich die Orgeln befinden, nicht täglich und unbeschränkt zugänglich sind. Aber Jack hat es geschafft, in einem Zeitraum von Donnerstag bis Montag einen Besuch von 6 (!) Orgeln zu organisieren. Zudem hatte er angeboten, uns in seinem Opel Astra von Ort zu Ort zu fahren und für die ganze Zeit bei uns zu sein. Sein Auto hat komfortabel Platz für 4 Personen, aber bis dahin waren wir ja nur zu dritt. Somit machte ich mir Gedanken, wem man eine Freude machen und den vierten Platz anbieten könnte. Das einmalige Plus an so einer Orgeltour ist ja nicht nur der Besuch der diversen Lokalitäten und die Orgelinstallationen anschauen, sondern beim unvergleichlichen Spiel von John Ledwon zuhören zu können: täglich mehrere Privatkonzerte - welchem Theaterorgelfreund schlägt bei solch einmaliger Gelegenheit nicht das Herz höher ... Bob Leys aus Schottland würde bei solch einer Einladung sicher ein paar Luftsprünge machen; und dem war auch so. Als ich ihn anrief, war er sofort begeistert und einverstanden. Ich müsste ihm nur noch sagen, wann und wo, und er wäre dabei. Bob ist selbst Theaterorgel-Spieler und hatte noch bis vor kurzer Zeit eine Pfeifenorgel in seinem Haus. Er hält sich ab und zu in den USA auf und geht auf eigene Faust den Theaterorgeln nach. So stieß ich per Zufall auf ihn in Long Beach, Kalifornien, als wir das Boot bestiegen, um nach Catalina Island hinüber zu fahren und die Page Orgel im Avalon Casino zu besuchen er war also dabei, als wir vom Insel Sheriff abgeholt (nicht abgeführt!) wurden (Bericht im OKEY! Nr. 49).
Vorfreude Jetzt mussten nur noch zwischen uns die Flüge abgestimmt werden und die nötigen Hotelreservierungen gemacht werden; dann konnte es losgehen. Freuen sich sich mit mir also auf die nächsten vier OKEY!-Ausgaben und damit folgende Instrumente:
· 4/10 Wurlitzer / Strunk Orgel im Tuschinski Theater, Amsterdam
· 3/11 Standaart Orgel im CBS Building, Voorburg,
· 3/11 Compton Orgel in der Concert Hall, Middelburg,
· 3/7 Hybrid Orgel, Privat, Prinsenbeek,
· Keizerwaard (Magic Organ), Privat, Berkel-Rodenrijs,
· 4/29 Strunk Orgel im De Meenthe Gebäude, Steenwijk